... und plötzlich waren die TVH-Frauen Meister

Das allerdings kam überraschend. Und überhaupt war das Wochenende ein bisschen kurios. Ein Rückblick.

Da war zunächst der eigene Auftritt beim Tabellenvorletzten Hünfeld. „Wir kannten die Mannschaft ja gar nicht“, sagt Trainerin Sabine Teichmann. Denn zum Hinspiel in Bad Hersfeld waren die Hünfelderinnen nicht angetreten. Es wurde nie nachgeholt und stattdessen kampflos für den TVH gewertet.

„Als wir am Samstag in Hünfeld in die Halle kamen, funktionierte die Technik nicht“, erzählt Teichmann weiter. Die Computererfassung, die mittlerweile die Spielberichte aufzeichnet, war nicht ans Laufen zu bekommen. „Sie haben uns dann gefragt, ob wir ein Formular für einen Spielberichtsbogen haben“, fährt Teichmann fort, die verneinen musste, zunächst aber vermutete, dass sich irgendwo in der Halle ein Formular würde auftreiben lassen – „die Hünfelder Männer spielen doch immerhin Oberliga!“

Allerdings: Fehlanzeige. Es wurde folglich Strichliste geführt. Sabine Teichmann hatte auch zwei Tage nach der Partie, die ihre Mannschaft 29:5 gewann, keinen Überblick über die Torschützinnen. „Alle haben getroffen“ – präzisere Angaben gibt es nicht. Und: „Ich sag’s ungern, aber der Gegner war wirklich richtig schwach.“

Doch der Clou des Wochenendes stand noch bevor. „Am Sonntagabend ging plötzlich mein Handy. Zwei unserer Spielerinnen waren nach Datterode gefahren.“ Sie wollten dort die Begegnung von Verfolger FSG Fulda/Petersberg verfolgen. „Sie haben dann erzählt, dass Fulda verloren hat und wir Meister sind“, erinnert sich die Trainerin, die die 23:28-Niederlage des ärgsten Widersachers zunächst gar nicht glauben konnte.

Doch Fakt blieb: Zwei Spieltage vor Saisonende ist der TVH bei fünf Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen. „Noch am Sonntagabend gab es auf der Terrasse bei uns eine kleine Feier“, berichtet Teichmann vom Besuch einiger Spielerinnen. Andere waren schon wieder an Studien- und Arbeitsort gereist. „Schade, die Mädels hätten den Titel gern vor eigenem Publikum geholt“, weiß die Trainerin. Gefeiert werden soll beim Heimspiel am nächsten Sonntag ab 15 Uhr gegen Neuhof natürlich trotzdem, verrät sie.

Quelle: Hersfelder Zeitung

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